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Katholische Zeitung zeichnet Mohammed in der Hölle

Pressemeldung von: yas / "The Guardian"

 

     

Eine italienische Zeitung, die dem Orden Opus Dei nahe steht, hat durch eine wenig sensible Karikatur Aufmerksamkeit auf sich gezogen: In Anspielung auf Dantes Göttliche Komödie verortete sie den Propheten Mohammed in der Hölle. Der Vatikan verurteilte die Veröffentlichung.

Berlin - Wütende Kritik von Muslimen, aber auch eine Distanzierung durch den Vatikan: Das sind laut der britischen Zeitung "The Guardian" die Reaktionen auf die provokative Karikatur, die in der Zeitung "Studi Cattolici" erschien. Die Zeitung steht dem Blatt zufolge dem katholischen Orden Opus Dei nahe.

Die Zeichnung, heisst es in dem heute erschienenen Bericht, sei von der göttlichen Komödie des Dichters Dante inspiriert. Der Künstler aus dem 14. Jahrhundert hatte sich seinerzeit vorgestellt, dass ihn der römische Dichter Virgil durch die Hölle fährt. Dort bekommt er auch den Stifter des Islam, den Propheten Mohammed, zu sehen, wie er als Strafe für das Herbeiführen von Uneinigkeit in zwei Teile geteilt wird.

In der Karikatur der ""Studi Cattolici", berichtet das Blatt weiter, sei zu sehen, wie Virgil Dante mit seinem Finger auf eine andere Figur aufmerksam macht und sagt: "Und der da, der mit dem herunter gezogenen Hosen, das ist die italienische Haltung gegenüber dem Islam". Damit soll offenbar Kritik am vermeintlich feigen Verhalten der italienischen Öffentlichkeit angesichts des Ärgers von Millionen Muslimen über die dänischen Mohammed-Karikaturen Anfang des Jahres zum Ausdruck gebracht werden.

Vatikan-Experte �bt scharfe Kritik

Ein Sprecher des Opus Die erklärte dem "Guardian" zufolge, "Studi Cattlici" sei keine offizielle Publikation der Organisation. Die Ausgabe sei auch nicht zuvor geprüft worden. Ein Sprecher des 1975 verstorbenen Opus-Dei-Gründers St. Josemaria Escriva de Balaguer erklärte, jener "hätte sein Leben gegeben, um die Religionsfreiheit anderer Menschen zu schützen".

Die italienische Sektion der Islamischen Weltliga bezeichnete den Cartoon als "extrem geschmacklos". Souad Sbai, Mitglied des Rats für islamische Angelegenheiten des islamischen Parlaments, sagte: "Solche Provokationen bringen uns nicht voran". Justo Lacunza Balda, Islamexperte des Vatikan, verurteilte die Zeichnung: "Das scheint mir wirklich nicht der Weg zu Dialog und gegenseitigem Verständnis zu sein."

Im Februar waren in Libyen 14 Menschen bei Unruhen gestorben, die dadurch ausgelöst worden waren, dass der italienische Minister Roberto Calderoli mit einem T-Shirt im Fernsehen aufgetreten war, auf dem eine der Karikaturen der dänischen Tageszeitung "Jyllands Posten" zu sehen war. Deren Serie von 12 Zeichnungen des Propheten Mohammed hatte weltweit für Proteste gesorgt. Calderoli hatte danach zurücktreten müssen.

yas / "The Guardian" +++++

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